Methodik & wissenschaftliche Grundlage

Worauf PurposePlan aufbaut, wie der Fragebogen entsteht, wie ausgewertet wird — und wo die Grenzen liegen.

Zuletzt aktualisiert: August 2026

Warum es diese Seite gibt

PurposePlan macht Aussagen über dich. Du solltest wissen, worauf sie beruhen — und worauf nicht.

Diese Seite beschreibt, an welchen Forschungsfeldern sich der Fragebogen orientiert, wie die Fragen entstanden sind, wie die Auswertung funktioniert und wo die Grenzen dieser Methode liegen. Sie ist bewusst ausführlicher als das, was auf der Startseite Platz hat.

Was PurposePlan ist — und was nicht

PurposePlan ist ein strukturiertes Selbstreflexions-Instrument. Du beantwortest Fragen zu vier Bereichen deines Arbeitslebens, und du bekommst eine geordnete, sprachlich ausformulierte Rückmeldung darauf.

PurposePlan ist kein psychologisches Testverfahren. Es liefert keine Diagnose, keine klinische Einschätzung, keine normierten Vergleichswerte und keine Eignungsbeurteilung. Es ersetzt keine ärztliche, psychologische, rechtliche oder finanzielle Beratung.

Drei Punkte, die wir offen benennen, weil sie in dieser Produktkategorie oft unausgesprochen bleiben:

  • Der Fragebogen ist nicht psychometrisch validiert. Er orientiert sich an Konstrukten aus der Arbeits- und Organisationspsychologie, ist aber selbst kein normiertes Testverfahren. Es gibt keine Referenzstichprobe, gegen die deine Antworten verglichen werden.
  • Die Fragen sind eigenständige Formulierungen. Wir verwenden keine Originalitems der unten genannten Forschungsarbeiten. Die Fragen wurden für PurposePlan neu geschrieben und orientieren sich an den zugrunde liegenden Konstrukten, nicht am Wortlaut der Originalinstrumente.
  • Die Zahlenwerte sind Tendenzsignale, keine Messwerte. Wenn dein Profil für einen Bereich 3,3 und für einen anderen 2,4 ausweist, heißt das: Der eine ist bei dir aktuell stärker ausgeprägt als der andere. Es heißt nicht, dass die Differenz exakt 0,9 Einheiten von irgendetwas beträgt.

Die vier Dimensionen

PurposePlan nutzt das populäre Vier-Kreis-Modell von Ikigai als heuristischen Ordnungsrahmen, nicht als validiertes psychologisches Messmodell:

DimensionLeitfrage
Was du liebstWas zieht dich an, wenn niemand hinsieht und kein Geld fließt?
Worin du gut bistWo greifen deine Stärken mühelos ineinander?
Was die Welt brauchtWelchen Unterschied willst du hinterlassen?
Wofür du bezahlt wirstWie übersetzt sich dein Wirken in wirtschaftliche Realität?

Aus den Überschneidungen leitet PurposePlan vier Deutungsperspektiven ab: Passion, Vocation, Mission und Profession. Das Purpose Statement ist eine verdichtete Interpretation deiner Antworten, kein objektiv gemessener Wesenskern.

Woran sich der Fragebogen orientiert

Flow-Forschung

Nicht jede Tätigkeit, die dir Spaß macht, trägt dich auch über längere Zeit. Die Flow-Forschung beschreibt jenen Zustand, in dem Anforderung und Können so ineinandergreifen, dass Zeitgefühl und Selbstbeobachtung zurücktreten. Die entsprechenden Fragen im Kompass zielen darauf, in welchen Tätigkeiten du diesen Zustand erlebst — und wie oft.

Grundlage: Csikszentmihalyi, M. (1990). Flow: The Psychology of Optimal Experience. Harper & Row.

Leidenschaftsforschung

Leidenschaft ist nicht per se gesund. Die Forschung unterscheidet zwischen einer Form, die sich frei in dein übriges Leben einfügt, und einer, die dich zwanghaft an eine Tätigkeit bindet. Diese Unterscheidung ist für berufliche Entscheidungen relevant: Sie erklärt, warum sich manche Menschen in dem verlieren, was sie eigentlich lieben.

Grundlage: Vallerand, R. J., Blanchard, C., Mageau, G. A., Koestner, R., Ratelle, C., Léonard, M., Gagné, M., & Marsolais, J. (2003). Les passions de l'âme: On obsessive and harmonious passion. Journal of Personality and Social Psychology, 85(4), 756–767.

Stärkenforschung

Stärken zu haben reicht nicht – entscheidend ist, ob du sie kennst und ob du sie tatsächlich einsetzt. Die Forschung unterscheidet diese beiden Prozesse und zeigt, dass sie unabhängig zu Wohlbefinden und Leistung beitragen.

Grundlage: Govindji, R., & Linley, P. A. (2007). Strengths use, self-concordance and well-being: Implications for strengths coaching and coaching psychologists. International Coaching Psychology Review, 2, 143–153.

Gesellschaftliche Wirkungsorientierung

Ob Menschen ihre Arbeit als Beitrag für andere und die Gesellschaft erleben, lässt sich systematisch beschreiben. Die gesellschaftliche Wirkungsorientierung erfasst, inwieweit die eigene Arbeit darauf ausgerichtet ist, einen prosozialen Unterschied zu machen.

Grundlage: Grant, A. M. (2007). Relational job design and the motivation to make a prosocial difference. Academy of Management Review, 32(2), 393–417.

Arbeitswerte-Forschung

Menschen erwarten Unterschiedliches von Arbeit: Sicherheit, Autonomie, Anerkennung, Zugehörigkeit, Gestaltungsspielraum. Diese Erwartungen sind oft relativ stabil und können erklären, warum jemand trotz guter äußerer Bedingungen unzufrieden ist.

Grundlage: Super, D. E. (1980). A life-span, life-space approach to career development. Journal of Vocational Behavior, 16(3), 282–298.

Life Crafting

Der Schritt von Erkenntnis zu Handlung ist in vielen Reflexionsprozessen besonders schwierig. Die Life-Crafting-Forschung untersucht strukturierte Schreib- und Zielsetzungsverfahren, mit denen sich Selbsterkenntnis in konkrete nächste Schritte übersetzen lässt.

Grundlage: Schippers, M. C., & Ziegler, N. (2019). Life crafting as a way to find purpose and meaning in life. Frontiers in Psychology, 10, 2778.

Die genannten Forschungsfelder begründen nicht das Gesamtmodell von PurposePlan als validiertes Testverfahren. Sie dienen als konzeptionelle Bezugspunkte für einzelne Fragebereiche. Die Zusammenführung in vier Dimensionen und ein Purpose Statement ist eine eigene interpretative Struktur.

Wie die Auswertung entsteht

1. Deine Antworten werden strukturiert ausgewertet. Bewertungsskalen, Rangfolgen und Punkteverteilungen fließen in vier Dimensionswerte ein. Diese Berechnung ist regelbasiert und für gleiche Antworten reproduzierbar.

2. Ein KI-System formuliert daraus deinen Report. Deine offenen Antworten und die berechneten Werte werden von einem Sprachmodell zu einem zusammenhängenden Text verarbeitet. Das System arbeitet dabei nach festen Regeln — es darf zum Beispiel keine Aussagen über Arbeitsmarkt-Nachfrage treffen, keine exakten Zahlenwerte als Messgrößen behandeln und keine Empfehlungen geben, die deinen eigenen Ausschlusskriterien widersprechen.

3. Die Ausgabe wird automatisiert geprüft. Ein zweiter Systemdurchlauf kontrolliert den erzeugten Report gegen diese Qualitätsregeln. Diese Prüfung erkennt Regelverstöße, offensichtliche Widersprüche und unzulässige Behauptungen.

Was das für dich bedeutet: Die Auswertung ist automatisiert, nicht individuell von einer Person begutachtet. Sie ist damit schneller und günstiger als eine Beratung — und weniger belastbar. Ein Sprachmodell kann Schwerpunkte anders setzen, als du es selbst tun würdest.

Grenzen

Selbstauskunft bleibt Selbstauskunft. Alles, was PurposePlan über dich sagt, stammt von dir. Blinde Flecken in deiner Selbstwahrnehmung bleiben blinde Flecken im Report.

Eine Momentaufnahme, kein Wesenskern. Der Kompass zeigt, wo du an einem bestimmten Tag stehst. Nach einem Jobwechsel, einer Krise oder ein paar Jahren würde er anders ausfallen. Das ist kein Fehler des Verfahrens, sondern eine Eigenschaft des Gegenstands.

Innensicht, keine Außensicht. PurposePlan kann dir sagen, was dich antreibt und wo deine Stärken liegen. Es kann dir nicht sagen, ob jemand dafür zahlt. Ob eine Richtung wirtschaftlich trägt, klärt sich nur im Gespräch mit echten Auftraggebern — nicht in einem Fragebogen.

Rückblickende Einschätzungen sind ungenau. Wenn du gebeten wirst, Anteile zu verteilen oder Häufigkeiten einzuschätzen, greifst du auf Erinnerung zurück. Ungewöhnliche oder belastende Erlebnisse werden dabei regelmäßig übergewichtet.

Deine Mitwirkung ist gefordert. Die Qualität des Profil-Reports hängt wesentlich von der Ausführlichkeit, Ehrlichkeit und aktuellen Lebenssituation deiner Antworten ab.

Fragen zur Methodik

Einzelne Formulierungen in deinem Report lassen sich im Nachhinein nicht Satz für Satz zurückverfolgen — dein Profil entsteht aus einem KI-Modell, das deine Antworten interpretiert, nicht aus einer festen Regel, die sich rückwärts auflösen ließe.

Fragen zu unserem methodischen Ansatz beantworten wir dir gerne: hallo@purposeplan.app.

Wie wir mit deinen Daten umgehen, steht in der Datenschutzerklärung.